Vermeidung von Stürzen – so können Angehörige Verletzungen vorbeugen

Stürze sind gerade bei älteren Menschen ein verbreitetes Phänomen. Sie sind einerseits eine der häufigsten Ursachen für eine Pflegebedürftigkeit überhaupt und können andererseits  eine bestehende Pflegebedürftigkeit verstärken. Schätzungen zufolge ist mehr als die Hälfte aller über 70-Jährigen bereits einmal oder auch mehrmals gestürzt. Die Folgen sind oft gravierend und reichen von Brüchen der Oberarme und Schultern über Oberschenkelhals- und Oberschenkelfrakturen bis hin zu gefährlichen Kopfverletzungen. Eine weitere schlimme Folge ist meist auch die Angst vor erneuten Stürzen, denn diese schränkt die Betroffenen in ihrem Selbstwertgefühl, in ihrer Interaktionsfähigkeit und Mobilität weiter ein.

Wie in einer professionellen Pflegeeinrichtung sollten sich daher Angehörige bei der häuslichen Pflege stets der Gefahren bewusst sein und alles in ihrer Macht stehende tun, um Stürzen wirkungsvoll vorzubeugen. Dazu gilt es zunächst, möglichst alle äußeren Faktoren, die Sturz auslösend sein können, zu beseitigen. Umher liegende Kabel gehören dazu ebenso wie unzureichend ausgeleuchtete Wege oder schlecht erkennbare Stufen. Lose aufliegende Teppiche, Läufer und Türschwellen sind weitere Beispiele für Stolper- und Sturzfallen in der häuslichen Umgebung. Auch zu lange, auf dem Boden schleifende Kleidung und schlecht sitzendes Schuhwerk können einen Sturz herbeiführen.

 

Auch scheinbar Nebensächliches wie Brillen mit zu geringen Gläserstärken sollte man im Blick haben. Zu guter Letzt sollten Angehörige darauf achten, dass alle Hilfsmittel, die zum Einsatz kommen, optimal eingestellt sind. Viele wissen nämlich gar nicht, dass auch unzureichend angepasste Hilfsmittel ein gravierendes Sturzrisiko darstellen.

 

Neben diesen in der Umgebung begründeten Faktoren, die Angehörige positiv beeinflussen können, sind meist auch Faktoren vorhanden, die in der Person selbst begründet sind und die sich nicht einfach „aus dem Weg räumen lassen“. Zu nennen sind hier Sehstörungen aller Art, Störungen der Körperhaltung etwa durch Kniearthrose, Verwirrtheitszustände, Gleichgewichtsstörungen und psychische Veränderungen (Angst, Unruhe oder Depression), zum Teil auch ausgelöst durch Medikamente. Seien Sie als helfender Angehöriger in allen diesen Fällen stets besonders aufmerksam.

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