Die grundsätzlich große Bereitschaft, pflegebedürftige Angehörige selbst zuhause zu betreuen, ist einerseits sehr zu begrüßen. Millionen von – meist älteren – Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, können sich darauf verlassen, liebevoll umsorgt zu werden. Für pflegende Angehörige andererseits, die vorher vielleicht als Büroangestellte oder Handwerker gearbeitet haben, bedeutet die neue Aufgabe nicht nur eine große Umstellung – vielmehr kann die Situation mit zunehmender Dauer auch als große Belastung empfunden werden. Denn anders als im Berufsleben gibt es keine „arbeitsfreien“ Tage in Form von Wochenenden oder Feiertagen, die man zur freien Verfügung hat, und auch keinen Urlaub. Vielmehr ist der Pflegeeinsatz jeden Tag aufs Neue gefragt – und das auf unabsehbare Zeit, meist über viele Jahre.
Da nimmt es nicht wunder, dass pflegende Angehörige schnell unter der gleichen Erscheinung leiden können wie sich selbst überfordernde Berufstätige. Die Rede ist vom Burn-out-Syndrom – dem Gefühl des „Ausgebranntseins“ als Ausdruck körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung sowie reduzierter Leistungsfähigkeit. Das Krankheitsbild geht meist auch mit psychosomatischen Störungen einher sowie einer gesteigerten Aggressivität aufgrund von Schuldzuweisungen, die sich auch gegen die eigene Person richten kann (Depression). Die Betroffenen verlieren die Fähigkeit, sich zu erholen – auch die Suchtgefährdung nimmt allgemein zu. All dies zusammen führt letztlich zu einer negativen Einstellung der eigenen Aufgabe gegenüber sowie zur Vernachlässigung der Arbeit.
Dass häusliche Pflege die Pflegenden krank macht, hat jüngst eine der gesetzlichen Krankenkassen in einer Untersuchung bestätigt. Pflegende Angehörige leiden danach dreimal häufiger an Depressionen als der Rest der Bevölkerung. Durch das Heben und Umbetten sind sie körperlich erschöpft – sie haben Schmerzen im Rücken, in Armen und Beinen, fühlen sich seelisch ausgebrannt. Emotional besonders stark belastet sind jene, die einen Demenzerkrankten zuhause betreuen.
UNSER TIPP: Achten Sie als pflegender Angehöriger auf die beschriebenen Warnsignale. Überfordern Sie sich nicht selbst, weil Sie letztlich gleichermaßen sich selbst und dem Menschen schaden, um den Sie sich eigentlich liebevoll kümmern möchten. Schaffen Sie sich Freiräume, die es Ihnen ermöglichen, neue Kraft zu tanken. Nutzen Sie alle Möglichkeiten, um sich zumindest zeitweise zu entlasten. Manche Wohlfahrtsverbände bieten Kurse an, in denen pflegende Angehörige lernen, wie sie sich selbst den Pflegealltag erleichtern können.
Eine bezahlbare Rund-um-die-Uhr-Betreuung, wie sie von der Pflegeagentur24 vermittelt wird, bietet zweifellos den größten Schutz, da sie die Angehörigen am wirkungsvollsten entlastet. Sie hält die menschliche Beziehung frei von Betreuungsroutinen und ermöglicht das, worauf es vor allem ankommt, nämlich gemeinsame Unternehmungen, Gespräche, Zuwendung und Liebe.
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